Swingerclubs im Süden

Erst vor wenigen Tagen war ich einige Tage im Süden unserer Republik und habe mir dort ein paar Swingerclubs angesehen. Zwar nicht zu den üblichen Öffnungszeiten, aber die Gäste sind oftmals doch so unterschiedlich, daß darüber auf Grund eines Besuchs sowieso keine allgemeingültige Aussage getroffen werden kann.

Vorweg muß ich sagen, bis auf eine Ausnahme waren die Betreiber allesamt sehr nett, freundlich und aufgeschlossen (was in dieser Branche eigentlich selbstverständlich sein sollte), positiv gegenüber Neueinsteigern und auch verständnisvoll für deren Probleme.

Ich werde an dieser Stelle weder eine Wertung abgeben noch den einen oder anderen Club empfehlen. Jeder Gast muß selbst entscheiden, in welchen Club er geht und in welchen nicht. Jedenfalls ist keiner dabei, wo man (oder frau) nicht hingehen könnte. Sicher gibt es immer wieder andere Ansichten, dem Einen ist das Buffet zu klein, dem Anderen die Sauna zu kalt, dem Dritten die Herren zu aufdringlich, dem Vierten zu wenig Herren anwesend. Was für den Einen genau richtig ist, ist dem Anderen überhaupt nicht recht. Somit muß jede(r) selbst entscheiden.

Als erstes sah ich mir den Club „Satyr" in Pfullingen bei Reutlingen an. Ein mit viel Liebe eingerichteter, nicht übergroßer und sehr familiärer Club, in dem sich Petra und Billy um alles kümmern. Leider haben sie z.Zt. ein wenig Probleme mit den örtlichen Behörden (wie einige andere auch „noch"), aber sie sind sehr zuversichtlich, dass bald wieder alles im Lot ist. Die Räume sind mit Ideen und Fantasie hergerichtet und haben ihr eigenes Flair. Petra ist sehr sympathisch und der Kreis der Gäste wird sich entsprechend dazu passend finden. Die Besonderheit im Satyr ist die Swingertaufe, welche regelmäßig stattfindet und bestimmt allein einen Besuch wert ist. Der Club liegt am Stadtrand von Pfullingen und ist gut erreichbar, ausreichend Parkplätze stehen auch zur Verfügung.

Über die Schwäbische Alb hinweg liegt auf der anderen Seite in Mengen bei Sigmaringen der Club „Insider". Es ist einer der wenigen „offiziell" als Swingerclub angemeldeten Etablissements. Das Haus liegt auf einem Bahngelände mit genügend Parkplätzen dabei. Von außen recht unscheinbar, bietet es von innen eine angenehme, familiäre Atmosphäre. Viele kleine, nett eingerichtete Räume auf drei Etagen bieten für jeden Geschmack etwas. Eine Besonderheit im Insider: die ab und zu stattfindende Schaumparty. Schaum bis fast unter die Zimmerdecke läßt das Fummeln zum Erlebnis werden. Ebenso die stets geöffnete „Sektbar", welche nur nackt betreten werden darf, sehr schwach beleuchtet ist und jeder weiß, dass darin „Fummeln erwünscht" ist.

Noch etwas weiter südlich, nämlich in Meersburg am Bodensee hat ein neuer Club seine Pforten eröffnet. Das ehemals in Radolfszell beheimatete Funtasia ist dort in eine fantastische Villa mit direkten Blick auf den Bodensee umgezogen. In Hanglage direkt am Waldrand gelegen bietet diese wirkliche „Villa" schon etwas Besonderes. Die luxuriös eingerichteten Räume, der große Swimmingpool im Gebäude, die im Sommer gut nutzbaren Freiflächen lassen das Swingerherz höher schlagen. Viel mehr kann ich noch nicht berichten, da z.Zt. meines Besuches noch alle am Auf-, Um- und Einräumen waren. (DIeser Club ist geschlossen)

Über das „La Boum" in Untermeitingen berichteten wir schon einmal ausführlich in unserer Fotostory. Seitdem haben sich einige Kleinigkeiten geändert, aber im Großen und Ganzen ist alles so einladend geblieben, wie beschrieben. Die Räume haben durch einige tolle Beleuchtungseffekte ihr besonderes Flair, alles ist sehr sauber und gepflegt. Der fantastische Whirlpool neben der Sauna ist das Prunkstück des La Boum und wohl auch immer sehr gut frequentiert. Dieser Club ist speziell für Neueinsteiger sehr zu empfehlen, da die Betreiber sich ihnen annehmen, ihnen alles genau erklären und auch mit den Spielregeln vertraut machen.

Das „Ibiza" in München besuchte ich mittags gegen 13 Uhr, unmittelbar zur offiziellen Öffnungszeit. Obwohl noch keine Gäste anwesend waren, konnte ich mir die Räume leider nicht ansehen und kann deshalb dazu auch keine Aussage machen. Angeblich soll der Club abends immer voll, wenn nicht sogar überfüllt sein. Dazu trägt gewiß der für Paare kostenlose Eintritt bei. Andererseits muß jeder Abend somit allein von den anwesenden Soloherren finanziert werden. Ein Konzept, welches kein Einzelfall in Deutschland darstellt, allerdings muß jede Dame (oder auch jedes Paar) selbst entscheiden, ob der dadurch entstehende Herrenüberschuß von ihr gewünscht wird. Der im Norden Münchens, etwas außerhalb liegende Club ist gut zu erreichen und genügend Parkplätze stehen auch zur Verfügung.

Nach ähnlichem Konzept wird der Club „Karibik" in München geführt. Bei meinem Besuch nachmittags gegen 17 Uhr waren schon einige Gäste (sowohl Paare als auch Soloherren) anwesend, so dass ich mir hier nur einige wenige Räume ansehen konnte, die aber einen sowohl gemütlichen als auch ansprechenden Eindruck hinterließen. Die Betreiber sind sehr nett und zuvorkommend und geben sich viel Mühe, einen reibungslosen Ablauf ihrer Parties zu gewährleisten. Das „Karibik" liegt in einem Gewerbegebiet im Kellergeschoß eines großen Hauses, in dem in naher Zukunft Übernach-tungsmöglichkeiten für weitere angereiste Gäste angeboten werden sollen.

„Die Villa" im Osten Münchens machte weniger den Eindruck einer wirklichen Villa. Zumindest den Hof mußte ich auf einigen Holzbrettern überqueren und die Hoftür und die Klingel machten nicht den einladendsten Eindruck. Da mir die wirklich sehr hübsche Dame in knappen Dessous, welche die Tür öffnete", gleich ins Gesicht sagte: „200 pro Herr", kam ich leider nicht mehr dazu, mir die Räumlichkeiten anzusehen.

Der letzte von mir besuchte Club war das „Tandem" in München. Gegen 18 Uhr (ab dort wird geöffnet) stand ich vor der Eingangstür und überlegte, ob ich hineingehen sollte oder nicht. Wäre ich mit Frau zu einem normalen Besuch dort gewesen, wären wir wahrscheinlich wieder umgekehrt. Um so erstaunter nach meinem Eintritt. Helmut, der Betreiber, führte mich durch dir verschiedenen Räume. Im Erdgeschoß der Umkleideraum mit Spinden, im Eingangsbereich ein tolles Buffet und danach eine gaststättenähnliche Einrichtung. Obwohl sich die ehemalige Kneipe nicht ganz verleugnen ließ, war doch Clubatmosphäre zu spüren. Und das, wo noch kaum Gäste anwesend waren. Dann zeigte er mir „sein Spielzeug" und es verschlug mir wahrhaftig die Sprache. Solch einen großen Pool hatte ich bisher in noch keinem Club Deutschlands gesehen. „Durchgehend auf 30 Grad geheizt," war sein kurzer Spruch. Auf einer Empore über dem Pool ein Platz für einen DJ, dazu verschiedene Scheinwerfer und, als besonderer Gag, eine Nebelmaschine. Die dadurch entstehende Atmosphäre ist kaum zu beschreiben. Die kleine Bar direkt am Pool soll demnächst vergrößert werden, „da sich hier fast alle Gäste am liebsten aufhalten." Einerseits verständlich, andererseits bieten alle anderen Räume auch tolle Vergnügungsmöglichkeiten, sind sauber und laden ein zu manch erotischen Spielchen. Außer der üblichen Sauna und gibt es noch eine Dampfsauna, was in Swingerclubs recht selten anzutreffen ist. Als ich gegen 20 Uhr den Club wieder verließ, waren schon einige Paare (und wenige Soloherren) anwesend, die für den durch den Eintritt für Paare regulierten Herrenüberschuß, bereit waren, ihren Obolus zu entrichten. Auch hier gilt: dem einen Paar gefällt der Herrenüberschuß, das andere Paar ist gern bereit einen kleinen Eintritt zu entrichten und somit mehr unter sich zu bleiben. Jedem, wie es ihm gefällt. Sollte ein Soloherr einmal „zu aufdringlich" werden, dürfte Helmut keine Probleme haben, diesem die Tür von außen zu zeigen. (Dieser Club ist geschlossen)

Da ich am folgenden Tag die bayerische Landeshauptstadt wieder verlassen mußte, konnte ich leider keine Clubs weiter aufsuchen. Beim nächsten Mal mehr.

Uwe Loof, Herausgeber Magazin Josy

Noch einmal an dieser Stelle: der Beitrag beinhaltet keine Wertung der einzelnen Clubs, sondern versucht sachlich die dargelegten Eindrücke wiederzugeben. Wie wir schon oft genug betont haben: Jeder Gast muß selbst entscheiden, welcher Club für ihn der Richtige ist. Es gibt keine einheitlichen Beurteilungskriterien. Die persönlichen Meinungen und Ansichten gehen zu weit auseinander. Auch auf die Gefahr hin, einmal einen Club wieder nach 1 Stunden zu verlassen, muß sich jede(r) selbst seine Meinung bilden. Für Paare, die noch nie einen Club besucht haben, können wir nur unsere Aktion „Zum ersten Mal im Club" anbieten. Erkundigt Euch bei unseren Clubmitgliedern, welche Erfahrungen sie gemacht haben und welchen Club sie empfehlen würden und besucht evtl. gemeinsam mit ihnen einen Swingerclub.

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