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Hallo Uwe,

endlich kommen wir dazu, Dir den versprochenen Bericht über unsere Hollandreise zu schreiben. Den Grund, warum es diesmal so lange gedauert hat, schreiben wir Dir folgend an den Bericht:

Nachdem wir die FIRST EUROPEAN LIFESTYLE CONVENTION aufgrund der unerwartet niedrigen Anmeldungen (es hatten sich tatsächlich nur 3 Paare mit Zahlung angemeldet) absagen mußten, haben wir beschlossen, dieses Wochenende, also vom 16. bis 19.10.1998 nicht hier in Marbella zu verbringen.

Da wir immer von vielen holländischen Clubs gehört hatten, dachten wir uns, ein verlängertes Wochenende in Holland wäre die richtige Ablenkung von dem Frust, der sich durch den Ausfall der FELC aufgebaut hatte. Zudem ist Holland ja flächenmäßig so klein, daß man bequem in 2 Stunden von Nord nach Süd oder von Ost nach West fahren und so doch einige Clubs besuchen und testen kann.

Gesagt getan. So flogen wir also am 16.10. direkt von Malaga nach Amsterdam. Nachdem am Flughafen in Amsterdam alle Formalitäten erledigt waren und wir unseren Leihwagen bestiegen hatten, machten wir uns auf den Weg nach Venlo, um dort das Kasteel Waterloo mit unserer Anwesenheit zu beehren. Als wir endlich, nach verschiedenen Staus auf der Autobahn und Umwegen, da eine Wegbeschreibung doch relativ ungenau vorhanden war, um kurz vor 12 Uhr nachts ankamen, war das Swingertrei-ben in diesem doch sehr schön in einem kleinen Wald gelegenen, ca. 80 Jahre alten, in einem schloßähnlichen Stil gebauten Club, natürlich schon voll dabei.

Wir hatten Glück. Da wir eines der 6 angebotenen Zimmer zur Übernachtung brauchten, konnten wir noch, nach Zahlung von 80 Gulden für die Übernachtung, am Swingertreiben teilnehmen. Sonst hätten wir zunächst draußen warten müssen, bis ein Garderobenschrank frei geworden wäre, da der Club an diesem Abend voll ausgebucht war.

Unser Zimmer, direkt unter dem Dach, mit Holzdecke, Badezimmer mit Toilette und einem wunderschönen, warmen Bett, war leider, da die Heizung noch nicht funktionierte, relativ kalt. Die Badewanne war, warum auch immer, nicht zu benutzen, es fehlte der Einlaufhahn und auch der Duschschlauch war mit einem angeschraubten Stopfen verschlossen. Dies störte aber nicht so sehr, da die Duschen ein Stockwerk tiefer benutzt werden konnten. Durch den Einbau von sehr viel Holz ist es auch verboten in den Zimmern zu rauchen. OK, auch das macht selbst Rauchern wie uns nichts aus, denn man kann ja in den Clubräumen diesem Laster frönen.

Umziehen brauchten wir uns an diesem Abend auch nicht, denn der Freitag Abend ist im Kasteel Waterloo immer Nudistenabend. Nachdem wir uns also den Reiseschmutz abgeduscht hatten, stürzten wir uns ins Getümmel.

Leider war von dem aufgebauten Büffett nicht mehr viel übrig, so daß wir über die Qualität der angebotenen Speisen keine Aussage treffen können. Doch auch daß so gut wie nichts mehr vorhanden war, läßt den Schluß zu, daß das Angebotene also zumindest gut sein muß, denn sonst wäre ja noch einiges Eßbares übriggeblieben.

Die Gäste an diesem Abend waren wirklich ordentlich gemischt. Mann bzw. Frau konnte auf seine bzw. ihre Kosten kommen. Von jung über mittelalt bis gesetzt war jede Altersstruktur vertreten. Auch die Anzahl der Singelherren war nicht so übermäßig, daß man sich gestört fühlen konnte.

Direkt im Eingangsbereich vor einem mächtigen, leider nicht angemachten Kamin, steht eine größere Sitzgruppe, auf der sich ausgeruht werden kann oder auch Kontakte für fröhliches Swingertreiben knüpfen lassen. Zur Rechten kommt man in zwei größere Räume mit Sitzmöbeln, natürlich gepolstert. In dem Einen ist die Mitte zum Tanzen freigelassen, in dem Anderen, rückwärtigen, findet der durstige Gast eine Bar über die ganze Raumbreite. Die Getränke sind frei und es ist alles zu bekommen, wonach einem der Sinn steht. Falls sie als Swinger aktiv sein wollen, also auch den Kontakt mit fremder Haut suchen, so bekommen sie an der Bar auch die gewünschte Anzahl Kondome um Safer-Sex zu praktizieren.

Zu dieser relativ späten Stunde war natürlich in allen Räumen reges Swingertreiben zu beobachten und lud zum Mitmachen ein. Im Erdgeschoß findet der Clubbesucher neben getrennten Toiletten auch noch einen Raum mit einem Solarium und einer kleinen Couch, über eine mächtige Freitreppe, welche sich auf halber Höhe in einen rechten und linken Treppenaufgang teilt, kommt der Abwechslung suchende Gast in den ersten Stock, in dem in einem grossen Freiraum vor den Zimmern eine Sauna aufgebaut ist. Das erste Zimmer auf der linken Seite beherbergt ein rundes Bett und ein vom Zimmer zu erreichendes Toilettenzimmer. Dieses Zimmer hat auch als einziges eine Tür. Daran anschließend folgt, durch eine Trennwand nicht direkt einsehbar, ein großes Zimmer mit zwei größeren Betten, auf denen sich richtig schöner Gruppensex mit Tausch in allen Varianten durchführen läßt. Auf der Rückseite, also geradeaus von der Treppe, ist eine Toilette. Es schließt sich ein größerer Raum mit dem allseits bekannten französischen Zimmer an, an welchem Frau und Mann vorbeigehen müssen um in einen dahinterliegenden Raum zu gelangen, in dem an zwei Wänden eine umlaufende Liegefläche in passender Höhe eingebaut ist. Passende Höhe heißt, die Frau kann liegen, der Mann kann ohne Verrenkungen den begehrtesten Eingang erreichen. Daneben ist ein, wie wir fanden, recht unpraktischer Stuhl, da die Lehne zu steil ist und nicht verstellt werden kann, nicht unähnlich den allseits bekannten Frauenarztstühlen.

Auf der an zwei Wänden umlaufenden Liegefläche hatten Hedvig und ich uns kaum hingelegt, da wurde Hedvigs linke Brust schon von einer neben Ihr, bis dahin ausschließlich mit Ihrem Partner beschäftigten Frau, liebkost. Ein paar Sekunden später fühlte ich auf meiner Hand, welche zwischen den Beinen meiner Frau ihre glattrasierte Muschi streichelte, eine feuchte Zunge, welche sich auch Eingang zu verschafften suchte. Diese gehörte auch einer Frau. Da sich jedoch auch einige Männer und Frauen miteinander vergnügten, kann es also kein Bi-Sex-Zimmer gewesen sein. Wir, Hedvig und ich, haben uns seit Anfang an vorbehalten, französischen Sex nur miteinander zu genießen. Daher ließ ich meine Hand wo sie war und versperrte sehr, sehr mühsam, da die Zunge der Dame mit aller Macht versuchte durch meine Finger zu gelangen, den Eingang. Als auch noch ein Mann das Gleiche gleichzeitig versuchte, verliessen wir etwas verwundert über die uns sonst nicht bekannte Hartnäckigkeit den Raum.

Wieder im Flur bei der Sauna, wandten wir uns nach links, vorbei an den Duschen und gelangten in ein weiteres Zimmer mit einem großen Bett mit einem Spiegel dahinter. Dieses war jedoch kaum zu erkennen, da der Raum relativ dunkel gehalten war und auf dem Bett richtig schöner Gruppensex betrieben wurde, von so vielen Paaren, daß, wie gesagt, das Bett kaum zu sehen war.

Nach einigen Getränken, die wir vor dem Kamin und im Tanzraum genossen, sowie einigen Gesprächen mit anderen Besuchern, in denen uns die Beliebtheit und auch die immer mehr oder weniger gleiche Besucher-Struktur bestätigt wurde, versuchten wir es erneut in dem größeren Zimmer mit den zwei Betten. Dort wurden wir dann gefragt, von dem Paar, welches versuchte mit der Zunge sich den Zutritt zu erzwingen, ob sie zu uns kommen dürften. Als wir dies verneinten, zogen diese, den Eindruck hatten wir, jedoch kann man sich täuschen, unzufrieden ab.

Nach einer weiteren, schönen, gemeinsam genossenen Zweisamkeit und dem für uns letzten Drink, fielen wir in unserem Zimmer in das wirklich schöne, warme Bett, aus dem wir am nächsten Morgen zum Frühstück bedauernd aufstanden. Das Frühstück bestand aus zwei fertigen, nach sandwichart belegten Brötchen, eingepackt in Folie, zwei Scheiben dunklem Brot, Kaffee soviel man wollte, einem leider kalten Ei und, wenn man mochte, Müesli mit Milch. Ach so, ein Glas O-Saft gehörte auch dazu. Eine feste Frühstückszeit gibt es nicht. Wir verließen gegen Mittag den durch eine Lichtschranke von innen verschlossenen Schloß-Parkplatz und fuhren Richtung Einthoven, genauer gesagt Gouda, noch genauer Moordrecht, um zu unserem Samstagabendziel, dem FUN4TWO zu gelangen.

Da wir schon früher im Fernsehen und auch im Internet uns über diesen Swingerclub informiert hatten, war uns bekannt, daß man sich am samstag Abend anmelden muß, um Einlaß zu erhalten. Die Begründung, daß es voll wäre und man ohne angemeldet zu sein keinen Einlaß bekommt, schien uns übertrieben, doch es stimmte. Am Samstag, den 17.10.1998 waren ca. 130-150 Paare da. Das Durchschnittsalter schätzen wir auf ca. 28 - 30 Jahre.

Im Internet schreiben die Betreiber, daß, falls man übernachten möchte, es 3 Hotels gäbe, in denen ein Paar zum ermäßigten Preis von 80 NLG pro Nacht und Zimmer schlafen könnte. Wir fuhren also, nach dem obligatorischen Reservierungstelefonat zum Hotel Campanile in Gouda. Bei der Anmeldung stellte sich heraus, daß die Preisermäßigung nicht mehr gilt, da der Fun4Two diese im August ausgelaufene Vereinbarung nicht erneuert hätte, und dies, obwohl er mehrfach vom Hotel dazu aufgefordert worden wäre. Na ja, haben wir halt 100 NLG bezahlt, abends also unsere Sexy-Wäsche eingepackt und sind die 4 bis 5 km zum Club gefahren.

Wir dachten, laß uns nicht so früh hingehen, der Fun4Two macht um 21 Uhr auf. Wir sind also erst um 22 Uhr angekommen. Im Gegenteil zu den uns bekannten Clubs, in denen man um 21 Uhr, ja sogar oft auch um 22 Uhr noch das erste Paar ist, war es hier jedoch schon fast voll. Der Club schreibt etwas von einem „Dress-Code". Dies bedeutet: schönste Unterwäsche. Also, was denkt Paar? Die erfahrenen Swinger denken, daß bis dahin alle Gäste sich umgezogen haben müssen und daß sind doch wohl die meisten. Wer will, macht dies gleich nach Ankunft. Ätsche, Ätsche, weit gefehlt. Es bleiben alle Paare bis zum Dress-Code in Abendgarderobe, erst danach wird sich umgezogen. Wir kamen uns schon wieder fast so vor, als wären wir in Spanien geblieben. Na gut. Mann und auch Frau versucht sich durch die Menge der Gäste an die Bar zu schlängeln, um wenigstens die Kehle auf einen schönen Abend einzustimmen. Man sollte diese auch schön ölen, um gegen den Lärm, den der Disc-Jokey mit seiner Disco-Musik macht, anzuschreien. Eine normale Unterhaltung ist immer nur in den kurzen Pausen zwischen den einzelnen Tecno-Stücken führbar. Ein Paar, mit dem wir versuchten uns zu unterhalten, erklärte uns auch, daß dies früher, also kurz nach Eröffnung, besser war und auch die Art der Musik dem Geschehen angepaßter. Sie würden jeden Monat mind. einmal herkommen und immer hoffen, daß es wieder so werde wie am Anfang. So weit, so schlecht. Wir drängten uns also nach Erhalt von Cola und Martini zum Restaurant durch. Das dort Angebotene lies uns fast den Rest vergessen. Würden wir Sterne über die Qualitäten der Swingerclub-Büffetts verteilen, wir würden dem Fun4Two mindestens 4 Sterne geben. Danach sahen wir uns in den oberen Räumen um, sofern dies möglich war. Es war nämlich zu dunkel und zu eng und verwinkelt, um viel zu erkennen. Warum verschiedene Räume Namen hatten, ist uns nicht gelungen zu verstehen. Der Bi-Raum wurde später von Paaren benutzt um heterogemeinsam zu verkehren, der Ladys-Room wurde von Paaren benutzt um gemeinsam die schönste Sache der Welt zu treiben und auch die anderen Räume, z.B. der Tiger Raum, der Herzraum, der Dschungel-Raum usw., wurden nur von Paaren gemeinsam benutzt. Selbst der nur über bessere Hühnerleitern zu erreichende Orgien-Raum fand zwar zu später Stunde, als alle umgezogen waren, regen Besuch, doch von einer Orgie erlauben wir uns nicht zu sprechen, es sei denn, daß Mann oder Frau es als Orgie bezeichnet, wenn sie miteinander schmusen, vielleicht auch Sex machen und es sehen andere Paare, die gleiches tun, dabei zu. Denn zu orgienähnlichen Übergriffen ist es in der Zelt unserer Anwesenheit nicht gekommen. Das dies normal sei, wurde uns später auch von einem anderen Paar bestätigt, welches zu einer anderen Zeit den Club besuchte.

Wir schrieben vorhin: „nachdem alle umgezogen waren." Das Umziehen beschränkte sich bei vielen Paaren auf die Unterwäsche. Diese ca. 30 bis 40 Paare, davon jedenfalls die Männer, behielten ihre Wanderschuhe oder auch die Turnschuhe nebst Tennissocken an. Gott sei dank, denn wie ihr alle wißt, kommt es nach Entledigung derselben meist zu anrüchigen Begleiterscheinungen. Auf dem Balkon, der die Tanzfläche von oben betrachten läßt, gelangt man auf die andere Seite des ersten Stocks. Dort ist um eine in der Mitte eines Platzes aufgebaute Laterne eine zum Sitzen einladende Bank aufgebaut. Den Platz umrahmen hübsch gestaltete Häuserfronten, die den dahinter befindlichen Zimmern Namen geben sollen. Z.B. Sperma-Bank, Café Rosa Vagina, usw. Alle dieser „Häuser" haben eine Tür und sobald ein Paar hineingeht, macht es diese zu, so daß alle weiteren Besucher ausgesperrt bleiben. Ganz Mutige öffnen die Gardinen. Ein Hineinsehen ist aufgrund der Lichtverhältnisse allerdings nicht möglich. Na gut, andere Länder andere Swingersitten, bzw. ein anderes Verständnis vom Swingen. Desweiteren viel uns auf, daß mind. 30 Paare an dem Abend, an dem wir im Fun4Two waren, nicht einmal den Weg in die zum Swingen angebotenen Räume fanden.

Wir hatten überlegt, vielleicht auch den Sonntag im Fun4Two zu verbringen und hatten beim Eintritt am Samstagabend auch zum Eintrittspreis von 150 NLG den Mitgliedsbeitrag von 25 NLG bezahlt, von dem es im Internet nachzulesen heißt, daß man diesen zurückbekommt, wenn Paar nicht wiederkommen möchte. Nachdem uns nach einem Besuch im Ladys-Room und dem nicht möglichen aktiven Swingen, der Nerv und Laune tötenden Disco-Musik, dem vergeblich gesuchten, ebenfalls im Internet angebotenen ab Mitte des Jahres fertigen Whirlpool, Sauna, Dampfbad (es hing ein Zettel an einer Tür, daß dieses noch in Arbeit sei) die Lust und gute Laune abhanden gekommen war, zogen wir uns um, um ins Hotel zu fahren. Dies jedoch nicht, ohne uns den Mitgliedbeitrag zurückzahlen zu lassen. Als wir dies beim Türsteher, der den Eindruck eines Catchers machte, anforderten und dieser sich erst nach massivem Hinweis auf das in den Statuten Geschriebene dazu herablies, nicht ohne als Begleitung seinen Kommentar dazu zu geben (die Konversation mußte auf Englisch geführt werden, da dieser Herr angeblich kein Deutsch konnte), erfuhren wir, daß unser Entschluß, Sonntags nicht wiederzukommen, berechtigt war. Denn der Kommentar lautete übersetzt: „Ich hasse Deutsche!!!" Vielleicht überlegt dieser mal, ob der Laden auch ohne Deutsche immer voll wäre.

Fazit: Wer diese Pöbeleien wegsteckt, einen schönen Disco-Abend mit DJ-Musik im Tecno-Stil, sehr gutem Essen, kostenlosen Getränken so viel man möchte für einen Eintrittspreis von 150 Gulden erleben will, ist dort gut aufgehoben. Als Swinger mit dem Wunsch auf fremde Haut, der einem bei der Musik und dem Anfangsgewimmel vergeht, sollte man das Fun4Two meiden. Vergeßt auch Eure Nachtsichtbrille nicht, wenn Ihr Euch doch mal dahin verirrt, faßt Euch an den Händen, laßt Euch nicht los sonst findet Ihr Euch nicht wieder,

Schade, aber der Sonntag sollte uns neue Eindrücke dieses doch allseits beliebten Landes erschließen.

Wir fuhren also nach Amsterdam. In den uns vorliegenden Unterlagen war zwar kein Swingerclub in Amsterdam aufgeführt, aber wir dachten nach der Lektüre einer Swingerzeitschrift aus Holland, würde bestimmt der eine oder andere Club Reklame machen. Es fanden sich auch 3 Clubs verzeichnet, dabei einer direkt in Eindhoven. Zunächst versuchten wir telefonisch etwas über diese Clubs in Erfahrung zu bringen. Beim Paradies-Club, Shaafstraat 26, riefen wir an und erfuhren, daß die Öffnungszeiten Sonntags von Mittags bis Nachts um 01 Uhr seien. Dies erschien uns für einen Swingerclub, in dem Paar Spaß haben kann, zu kurz. Der Candy-Club hat bis zum offenen Ende geöffnet, das klang schon mal ganz gut. Jedoch als wir über Bekannte erfuhren, daß der CLUB 77 in Eindhoven sehr gut sein soll, überlegten wir nicht lange und fuhren halt die ca. 120 km von Amsterdam nach Eindhoven.

Wir finden, daß es schon sehr merkwürdig ist, daß es in einer Stadt wie Amsterdam, die an sich auch für den grossen Rotlichtbezirk bekannt ist, für freien Drogenhandel, ja an sich für alle Arten des „Lasters" ein bzw. beide Augen zudrückt, keinen, doch in der heutigen Zeit schon fast normalen, Swingerclub geben soll. Zwischenzeitlich soll ein solcher am Flughafen Shipol aufgemacht haben. Leider haben wir dies zu spät gehört.

Also, in Eindhoven fanden wir den Club 77 ohne langes Suchen, ziemlich mitten im Zentrum mit einer grossen Leuchtreklame ausgestattet. Den Eintrittspreis von 75 Gulden und den Mitgliedsbeitrag von 25 NLG bezahlten wir bei einer jungen Frau, die uns auch den Weg zu den Garderoben und weiterhin zum Club zeigte. Na gut, wir zogen uns um und liefen eine Treppe mit sehr schmalen Stufen in den ersten Stock hinauf. Dort fanden wir an einer kleinen Bar gleich 2 Paare und eine Musik, dagegen war es im Fun4Two noch leise. Der Barraum ist ca. 6m breit und 20m lang, an einer Seite ist eine Theke von ca. 7m, an der anderen sind kleine Tische und Stühle. Am Ende des Raums findet man eine kleine Bühne, daneben geht es zum „Büffett" und zu den zum Swingen notwendigen Räumen.

Das Büffett verdient den Namen nicht, es fanden sich zwei Platten mit Aufschnitt und Käse, ein Korb mit Brot, Butter, Marmelade und eine Kaffeemaschine. Die Räume waren sehr kalt, nichts besonderes, nur Matrazen. Das Auffallendste war, daß sich neben den ca. 5 bis 6 Paaren, alle so um die 40 bis 50 Jahre, ca. 6 bis 10 einzelne Damen im Club aufhielten. Die genaue Zahl war nicht in der Kürze der Zeit, in der wir

uns im Club aufhielten, festzustellen, da diese immer zwischendurch kurz verschwanden. Gleichzeitig begann eine auf der Bühne einen Striptease zu tanzen. Als wir versuchten, etwas von dem „Büfett" zu essen, unterhielten wir uns darüber mit einem Singleherren. Der erklärte uns, daß sich 7 Mädchen zusammengetan und den Club eröffnet hätten. Daher also immer der Damenüberschuß. Na ja, wir finden, dies ist eine hervorragende Idee, um einem Profi-Club ein Amateurgesicht zu geben.

Da uns aber der Sinn nicht nach Profitum stand, haben wir fluchtartig diesen Laden verlassen und sind doch zurück nach Amsterdam, um unser Glück im Candy-Club zu versuchen. Nachdem wir diesen durch telefonische Hilfestellung fanden, hatten wir zunächst von aussen den Eindruck in eine Hamburger Rotlichtkneipe zu gehen (glaubt uns, wir kennen die Unterschiede von Kneipe, Gaststätte, Restaurant). Doch man soll sich ja nicht von Äußerlichkeiten abschrecken lassen. Wie heißt es so schön: auf die inneren Werte kommt es an.

Jedoch, auch die inneren Werte waren einfach gesagt, „unter aller Sau"! Umkleideräume gab es nicht, an, bzw. in dem Kassenzimmer waren Garderobenstangen mit Klamotten gefüllt. Dies erweckte den Eindruck, der Laden sei voll. Die Frage nach anwesenden Paaren wurde mit „einige" beantwortet. Was soll´s, dachten wir, mittlerweile war es auch schon fast 12 Uhr, also gehen wir rein, trinken was und schauen uns den Betrieb mal an. Nachdem wir das letzte Hindernis, eine Schwingtür überwunden hatten, standen wir auch schon in einem Raum, der an den Wänden von Sitznischen gesäumt wurde. In jeder dieser Nischen fanden ca. 5 bis 6 Personen bequem Platz. Bis auf eine, in der 2 Damen mit einem Herrn beschäftigt waren, waren auch alle Nischen, insgesamt 6, besetzt. In der Mitte des Raumes lag eine ca. 2m x 2m große Matte, auf der sich 3 Personen, eine Frau und zwei Männer, begannen zu vergnügen. Weitere Zimmer, in denen man bzw. Paar swingen konnte, gibt es nicht. Nachdem wir ein paar Versuche einzelner Herren, sich zu uns zu gesellen, aus verschiedenen Gründen erfolgreich abgewehrt hatten (zwei waren sturzbetrunken, drei waren uns schlichtweg unsympathisch), kamen wir mit dem einzelnen Herren, der sich zuvor mit den 2 Damen beschäftigte, ins Gespräch. Wir beobachteten dabei 4 Damen, welche sich abwechselnd um die einzelnen Herren kümmerten. Dieser Mann erzählte uns, daß er öfter in den Club komme, er sei Taxifahrer und hätte auch heute wieder einen Gast hergebracht.

Er brauche keinen Eintritt und keine Getränke zu bezahlen und die Damen bekämen ihr Geld vom Haus. Es handelt sich also bei dem Candy-Club um ein halbprofessionelles Etablissement. Wären die Damen wenigstens noch besonders hübsch gewesen, so könnte man diesen Laden noch dafür empfehlen, doch auch das war nicht der Fall: 2 der 4 wogen um die 80 bis 100 kg bei einer Körpergröße von ca. 160cm, die 3. ca. 45 kg bei einer Größe von 170cm und die letzte dürfte so um die 80kg bei 170cm gewogen haben, wobei diese die älteste mit ca. 55 Jahren war. Um Geschmack läßt sich streiten, doch wir können nicht nur aus Geschmacksgründen diesen Club als Swingerclub absolut nicht empfehlen. Bei Verlassen des Hauses zahlten wir 50 NLG Eintritt und 32 NLG für 2 Cola und 2 Martinis.

Der Taxifahrer erzählte uns noch vom Club Paradise. Dies sei ein Club mit käuflichen Damen und auch von der Sauberkeit ließe dieser zu wünschen übrig. Dies können wir natürlich nur von Hörensagen berichten. Unser telefonischer Eindurck scheint also zu stimmen.

Ihr seht, liebe Swingerfreunde, es ist wieder mal so gewesen, daß man einen sehr guten, mit Erlebnisberichten gemachten Swingerclub-Führer braucht, um ein Wochenende, wie wir es vorhatten, zu einem Erlebniswochenende werden zu lassen. Sicher, wir haben was erlebt, doch leider nur am ersten Abend das was wir wollten.

Bitte, macht aus eurem Herzen keine Mördergrube und schreibt dem Josy, was Ihr in den von Euch besuchten Clubs erlebt, damit andere Swinger auch die Freude haben, für ihr Geld, oder bei freiem Eintritt, für Ihre Zeit, die Freuden des Swingens zu erlebei und nicht vielleicht schon beim ersten Mal auf die Nase zu fallen. Wir Swinger genießen doch die LUST AUF FREMDE HAUT und möchten doch gern auch mit anderen, möglichst wechselnden Partnern das Swingen in der wahren Definition des Wortes (schwingen/wechseln) erleben und genießen.

Bis bald wieder

Hedvig und Bernhard

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